Open Call: Fallbeispiele aus der Verwaltungspraxis

Die Demokratie in Deutschland steht zunehmend unter Druck – und Verwaltungen geraten immer häufiger ins Visier. Persönliche Angriffe auf Mitarbeitende, Gewaltandrohungen oder organisierte Desinformationskampagnen sind längst keine Einzelfälle mehr. Institutionen und Mitarbeitende geraten unter demokratiefeindlichen Druck. Anhand von (fiktiven) Fallbeispielen erläutern und üben wir die Methode “Erkennen – Handeln – Stärken”. Ziel der der Fallbeispiele inklusive Musterlösungen ist, die Handlungssicherheit von Verwaltungsmitarbeitenden zu stärken und aktiv zur Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung beizutragen. Unsere Fallbeispiele wollen wir nun erweitern und brauchen dafür Euch! Sendet uns gerne Eure kurzen, anonymisierten Fallbeschreibungen an info@verwaltung-fuer-demokratie.de. Außerdem könnt ihr Euch den Aufruf auch als pdf herunterladen: Dokumente
Ihr wollt die Methode selber testen? Kein Problem, im Folgenden findet ihr kurze Leitfragen zunächst zur Fallbeschreibung und dann zur Methode.
EIGENEN FALL BESCHREIBEN
1. Ausgangslage:
👉 Worum geht es grundsätzlich? In welchem Kontext spielt die Situation?
Impulsfragen zur Dokumentation des Falls:
- In welchem Arbeitsbereich spielt sich die Situation ab?
- Wer ist beteiligt (nur grob, keine Namen, eher Abteilungen und Anlässe)?
- Weswegen ist diese Situation relevant für euch bzw. eure Organisation?
2. Was passiert?
👉 Was genau passiert oder ist passiert?
Impulsfragen zur Dokumentation des Falls:
- Was wurde konkret gesagt, getan oder unterlassen?
- Wie haben andere darauf reagiert?
- Was daran war irritierend, schwierig oder problematisch?
- Welche Dynamiken sind erkennbar, z. B. Schweigen, Zustimmung, Ausweichen, Druck, Unsicherheit oder Konfliktvermeidung?
3.Was macht die Situation schwierig?
👉 Worin liegt das eigentliche Spannungsfeld?
Impulsfragen zur Dokumentation des Falls:
- Wo entsteht Unsicherheit?
- Welche Werte oder Pflichten geraten miteinander in Spannung?
- Was macht es schwer, klar zu reagieren?
- Was könnte passieren, wenn niemand reagiert?
Macht euch stichpunktartige Notizen.
METHODE
1. Erkennen – Woran erkennen wir die Bedrohung?
👉 Ziel: Muster sichtbar machen, Dynamiken benennen, ohne vorschnell zu urteilen.
Impulsfragen zur Erkundung:
- Woran erkennt ihr, dass Demokratie oder Verwaltung in diesem Fall unter Druck geraten?
- Welche Signale, Emotionen oder Spannungen sind spürbar?
- Welche Beteiligten (intern/extern) sind betroffen?
- Welche Werte oder Prinzipien der Demokratie werden herausgefordert?
2. Handeln – Welche erste Reaktion ist sinnvoll?
👉 Ziel: Handlungsoptionen entwickeln, Selbstwirksamkeit und Klarheit fördern.
Impulsfragen zur Erkundung:
- Was wäre eine erste entlastende Reaktion, um Sicherheit und Handlungsfähigkeit wiederherzustellen?
- Wie könnte Kommunikation gelingen – nach innen und außen?
- Welche Werkzeuge oder Strategien aus dem Erste-Hilfe-Kit Demokratie helfen hier?
- Was kann jede*r Einzelne tun – und was sollte die Organisation tun?
3. Stärken – Was stabilisiert langfristig?
👉 Ziel: Nachhaltige Schutz- und Lernstrukturen erkennen und benennen.
Impulsfragen zur Erkundung:
- Welche Unterstützungsnetzwerke oder Ansprechstellen können aktiviert werden (intern/extern)?
- Was braucht es, um demokratische Haltung im Team zu stärken?
- Welche Strukturen oder Rituale könnten helfen, zukünftig mit ähnlichen Situationen sicherer umzugehen?
- Wie kann die Organisation sichtbar Haltung zeigen – ohne zu polarisieren?